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Englisch lernen mit Büchern: vom mittleren Niveau zu flüssigem Englisch

Mit Büchern vom mittleren Niveau zu flüssigem Englisch: Klassiker auf Ihrem Niveau, Stolperfallen für Deutschsprachige, Stufen A2 bis C1 und ein Tagesplan.

6 Min. Lesezeit

Sie haben Englisch in der Schule gehabt, vielleicht jahrelang. Sie verstehen eine Serie im Original, solange die Untertitel mitlaufen. Doch wenn Sie einen englischen Roman aufschlagen, legen Sie ihn nach drei Seiten erschöpft wieder weg. Das ist das berüchtigte Plateau auf mittlerem Niveau, und fast alle Lernenden kennen es.

Heraus führt selten noch ein Grammatikbuch. Heraus führt viel Lesen: auf Ihrem Niveau, mit Geschichten, die Sie zu Ende lesen wollen.

Warum Lesen Sie vom mittleren Niveau zu flüssigem Englisch bringt

Auf mittlerem Niveau fehlt Ihnen keine Grammatik mehr. Es fehlen Stunden mit echtem Englisch: Tausende Sätze, in denen dieselben Wörter immer wieder auftauchen, in wechselnden Zusammenhängen, bis Sie sie nicht mehr übersetzen müssen.

Die Forschung zeigt seit Langem in diese Richtung. Stephen Krashen (1982, Principles and Practice in Second Language Acquisition) vertritt die These, dass wir eine Sprache erwerben, indem wir Botschaften verstehen, nicht indem wir Regeln auswendig lernen. Hu und Nation (2000, „Unknown vocabulary density and reading comprehension“) fanden, dass man für ein gutes Verständnis eines erzählenden Textes ohne Hilfsmittel rund 98 Prozent der Wörter kennen muss: ein unbekanntes Wort auf fünfzig. Paul Nation (2006, „How large a vocabulary is needed for reading and listening?“) schätzt, dass man für das mühelose Lesen authentischer Texte 8.000 bis 9.000 Wortfamilien braucht.

Diesen Wortschatz liefert kein Kurs. Extensives Lesen schon. Day und Bamford (1998, Extensive Reading in the Second Language Classroom) beschreiben es schlicht: viel lesen, leichte Texte, nach eigenem Geschmack ausgewählt.

Wo Deutschsprachige im Englischen stolpern

Deutsch und Englisch sind enge Verwandte. House, water, hand und finger erkennen Sie sofort. Genau diese Nähe stellt aber Fallen.

Falsche Freunde. Become heißt „werden“, nicht „bekommen“ (das ist get). Also bedeutet „auch“, nicht „also“ (so). Actually heißt „eigentlich, tatsächlich“, nicht „aktuell“ (current). Eventually bedeutet „schließlich“, nicht „eventuell“ (possibly). Ein gift ist ein Geschenk, und sensible heißt „vernünftig“. Ein Handy ist im amerikanischen Englisch ein cell phone; handy bedeutet „praktisch“.

Will, who und where. I will go ist Zukunft, nicht „ich will gehen“ (I want to go). Und who heißt „wer“, where dagegen „wo“: Gerade ähnlich klingende Paare verwechselt man leicht.

Die Satzstellung. Im deutschen Nebensatz steht das Verb am Ende: „weil ich keine Zeit hatte“. Im Englischen bleibt die Reihenfolge Subjekt, Verb, Objekt: because I didn’t have time. Auch das Adverb wandert: nicht I like very much reading, sondern I really like reading.

Perfekt ist nicht Present Perfect. „Ich habe ihn gestern gesehen“ heißt I saw him yesterday, nicht I have seen him yesterday. Und „Ich wohne seit 2019 hier“ heißt I have lived here since 2019.

Die Verlaufsform. I read (gewöhnlich) ist nicht I am reading (gerade jetzt). Das Deutsche kennt diesen Unterschied kaum, beim Lesen begegnet er Ihnen auf jeder Seite.

Phrasal Verbs. Give up (aufgeben), put off (verschieben), run into (zufällig treffen), look forward to (sich freuen auf). Romane sind voll davon, und dort lernt man sie am besten: im Satz, nicht in der Liste.

Die Aussprache. Das th in think klingt schnell wie sink, und aus very well wird wery vell. Die Auslautverhärtung macht bed zu bet und dog zu dock. Dazu kommt eine Schreibung, die wenig verrät: though, through, tough, thought. Deshalb lohnt es sich, beim Lesen zuzuhören.

So sieht Lesen auf jeder Stufe aus

Hier ist derselbe Anfang aus Der Hund der Baskervilles auf vier Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Die Stufen sind auf der Seite /levels genauer erklärt.

A2 (elementar). Kurze Sätze, Präsens oder einfache Vergangenheit, Alltagswortschatz.

It is morning in Baker Street. Sherlock Holmes is at the breakfast table. Usually he gets up late, but today he is early.

Alles ist durchsichtig. Gets up ist schon ein Phrasal Verb, aber das häufigste von allen: aufstehen.

B1 (mittleres Niveau). Längere Sätze, erste Nebensätze, Plusquamperfekt.

Sherlock Holmes usually got up very late, unless he had been awake all night. But that morning he was already sitting at the breakfast table.

Unless heißt „es sei denn“ oder „außer wenn“. Ein kleines Wort, das Ihnen in jedem Roman begegnet.

B2 (gute Mittelstufe). Mehr Nuancen, eingeschobene Relativsätze, idiomatische Wendungen.

Sherlock Holmes, who rarely got up early unless he had spent the whole night working, was already seated at the breakfast table when I came down.

Beachten Sie was seated: eine förmlichere Art, „saß“ zu sagen, wie sie in erzählender Prosa üblich ist.

C1 (fortgeschritten). Sehr nah an Conan Doyles Original, nur leicht gekürzt.

Mr. Sherlock Holmes, who was usually very late in the mornings, save upon those not infrequent occasions when he was up all night, was seated at the breakfast table.

Save bedeutet hier „außer“, und not infrequent ist eine doppelte Verneinung im Sinne von „ziemlich häufig“. Solche Feinheiten trennen das Lehrbuchenglisch vom literarischen Englisch.

Ein Tagesplan: Lesen und Hören zugleich

Dreißig bis vierzig Minuten am Tag genügen, wenn Sie dranbleiben.

  1. Zuerst hören (10 Minuten). Starten Sie die Vertonung des Kapitels und folgen Sie dem Text mit den Augen. So hören Sie Rhythmus und echte Aussprache, bevor Sie irgendwo anhalten.
  2. In Ihrem Tempo lesen (15 bis 20 Minuten). Lesen Sie das Kapitel noch einmal. Tippen Sie ein Wort nur an, wenn es Ihnen das Verständnis des Satzes versperrt. Haben Sie den Sinn erfasst, lesen Sie weiter.
  3. Noch einmal hören (5 bis 10 Minuten). In der Bahn oder beim Spazierengehen hören Sie das Gelesene noch einmal, diesmal ohne Text. Sie werden staunen, wie viel Sie verstehen.
  4. Drei Wendungen notieren. Nicht zwanzig, drei. Ein Phrasal Verb, eine Kollokation, ein Satz, der Ihnen gefällt.

Lesen beim Hören ist kein Trick. Stuart Webb und Anna Chang (2015, „Second language vocabulary learning through extensive reading with audio support“) untersuchten Englischlernende, die gestufte Lektüren mit begleitendem Audio lasen. Sie lernten nebenbei Wortschatz, vor allem die Wörter, die häufiger vorkamen.

Wann ist die nächste Stufe dran? Wenn Sie Kapitel fast ohne Antippen beenden und das Lesen bequem wird. Bequemlichkeit ist das Signal, nicht Langeweile.

Mit welchen Klassikern Sie anfangen sollten

Wählen Sie Geschichten mit Zug, die Sie zur nächsten Seite treiben.

  • Der Hund der Baskervilles: ein Moor, ein Familienfluch, Sherlock Holmes. Die Spannung trägt Sie durch jedes Kapitel.
  • Die Schatzinsel: Piraten, eine Karte, ein einbeiniger Schiffskoch. Klare Prosa, ideal für B1.
  • Grimms Märchen auf Englisch: Hänsel und Gretel kennen Sie seit der Kindheit. Weil Sie wissen, was passiert, gilt Ihre ganze Aufmerksamkeit der Sprache.
  • Die Verwandlung: Kafka auf Englisch, kurz und vertraut, ein schöner Schritt in Richtung B2.
  • Eine Weihnachtsgeschichte von Dickens: kurz, berühmt, wie gemacht für den Dezember.
  • Frankenstein von Mary Shelley: für B2 oder C1, wenn Sie bereit sind für lange, dunkle Sätze.

Den ganzen Katalog mit rund hundert Klassikern finden Sie unter /books.

Wie Lexo Ihnen hilft

Lexo ist eine App für iPhone und iPad, mit der Sie große Romane in der Sprache lesen, die Sie lernen, neu geschrieben für Ihr Niveau, von A2 bis C2. Jedes Buch gibt es auf fünf Stufen: Auf C1 bleibt der Text nah am Original, auf C2 ist es der vollständige Roman. Sie wählen die Stufe für jedes Buch einzeln.

  • Erklärungen auf Deutsch. Tippen Sie ein beliebiges Wort an, und Sie sehen, was es in genau diesem Satz bedeutet, statt einer Liste von Wörterbucheinträgen. Dazu die Grundform, die Wortart, die Bedeutung des Phrasal Verbs oder der Redewendung, zu der es gehört, und die Übersetzung des ganzen Satzes.
  • Vollständig vertont. Das ganze Buch wird vorgelesen, mit eigenen Stimmen für die Figuren, und der Text wird beim Hören Wort für Wort hervorgehoben. Jedes Wort lässt sich auch einzeln anhören.
  • Satz für Satz. Ein Modus, der jeweils einen einzigen Satz mit Audio und Übersetzung zeigt, für schwierige Stellen.
  • Eine Wortliste. Hier sammeln Sie, was Sie behalten wollen.
  • Erstausgaben. Viele Ausgaben gibt es noch nicht. Wenn Sie als Erste oder Erster ein Buch auf einer bestimmten Stufe anfragen, schreibt Lexo es für Sie: Das erste Kapitel ist in wenigen Minuten fertig, der Rest folgt, während Sie lesen, und Sie behalten einen datierten Vermerk „Erstausgabe“.
  • Offline und ohne Konto. Die Bücher werden auf Ihr Gerät geladen, und Käufe laufen über Ihre Apple-ID.

Lexo ist in der Beta-Phase und kommt bald in den App Store. Wenn Sie zum Start Bescheid bekommen möchten, tragen Sie sich hier ein. Mehr über die App erfahren Sie auf der deutschen Startseite.

Fragen

Ab welchem Niveau kann ich englische Bücher lesen?

Früher, als die meisten denken. Schon auf A2 lässt sich eine Fassung lesen, die für dieses Niveau geschrieben ist. Als Faustregel gilt: Sie sollten fast alle Wörter ohne Hilfe verstehen. Wenn Sie in jeder Zeile hängen bleiben, gehen Sie eine Stufe zurück.

Ist Lesen oder Hören besser, um Englisch zu lernen?

Beides, am besten gleichzeitig. Beim Lesen haben Sie Zeit, den Satz zu verstehen; beim Hören lernen Sie, wie er wirklich klingt. Das ist im Englischen besonders wichtig, weil Schreibung und Aussprache oft weit auseinanderliegen. In Lexo ist jedes Buch vertont, und der Text wird beim Vorlesen Wort für Wort hervorgehoben.

Sind die Erklärungen in Lexo auf Deutsch?

Ja. Wenn Sie ein Wort antippen, sehen Sie seine Bedeutung in genau diesem Satz, die Grundform, die Wortart, die Bedeutung der Wendung, zu der es gehört, und eine Übersetzung des ganzen Satzes ins Deutsche. Auch die Oberfläche der App ist auf Deutsch.

Wer schreibt die Bearbeitungen?

Die Bearbeitungen, Erklärungen, Übersetzungen und die Vertonung entstehen mit KI-Modellen, die sich an den Niveaubeschreibungen des GER orientieren und automatisch geprüft werden. Die Geschichten selbst sind die der gemeinfreien Originale.

Was kostet Lexo?

Geplant sind zum Start 4,99 US-Dollar pro Buch (ein Roman, in einer Sprache, auf einem Niveau) und 1,99 US-Dollar für ein weiteres Niveau eines Buches, das Sie schon besitzen. Lexo Plus kostet 4,99 US-Dollar im Monat und enthält zwei Guthaben pro Monat, die sich bis zu acht ansammeln. Im App Store Ihres Landes kann der Preis abweichen.

Auf welchen Geräten läuft Lexo?

Auf iPhone und iPad ab iOS 18. Lexo ist in der Beta-Phase und kommt bald in den App Store. Sie können sich benachrichtigen lassen, sobald es so weit ist.

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